DAS NEGATIVE BESCHLEUNIGEN - DAS BREMSEN

,,Bist Du schon mal 200 km/h gefahren?”
KLAR
,,Hast Du schon mal aus nur 100 km/h eine Vollbremsung gemacht?”
SPINNST DU”
Sind die Fragen und die dazugeh√∂rigen h√§ufigsten Antworten! Beim Gas geben haben die wenigsten Biker Hemmungen, ist ja auch irre faszinierend. Wenn`s um die negative Beschleunigung geht, wird meist nach fadenscheinigen Ausreden gesucht. Dabei l√ľgt Ihr Euch selbst an. Denn Motorradfahren sollte nur ganz wenig mit Gl√ľck zu tun haben, sondern vielmehr mit K√∂nnen und vor allem mit K√∂pfchen.
Nur wer die fahrphysikalischen Zusammenh√§nge versteht, kann es fahrpraktisch √ľben und die ,,Geschichte, die einem das Motorrad erz√§hlt” richtig deuten!

Beim Bremsen wird die kinetische Energie, also die Bewegungsenergie des fahrenden Motorrads durch Reibung in Wärme umgesetzt. Die Bewegungsenergie wächst quadratisch mit der Geschwindigkeit, somit lautet die Formel: s=V2/2a
Die Faustformel, die auch in der Fahrschule gelehrt wird lautet. S=(V/10) x (V/10)
Da nach dem heutigen Stand der Technik aber weitaus h√∂here Verz√∂gerungswerte erreicht werden, als es diese Formel, die √ľbrigens schon ein paar Jahre alt ist, beinhaltet, kommt man auf einen einigerma√üen realistischen Wert, wenn man das einfach zu rechnende Ergebnis der Fahrschulformel halbiert.

Das a der realistischen Formel (die eher einen Taschenrechner notwendig macht) steht f√ľr die Verz√∂gerung und diese h√§ngt

ab von den Reibungsverhältnissen zwischen Bremsbelag und Scheibe / Trommel und von den Reibungsverhältnissen zwischen Reifen und Fahrbahn. Da moderne Bremsanlagen einen so hohen Reibwert in der Bremse selbst aufbauen, also bei nahezu jeder Geschwindigkeit die Reifen zum Blockieren gebracht werden können, soll hier nur der Kraftschluß im Latsch (Reifenaufstandsfläche) von Interesse sein.
Grunds√§tzlich kann bei einer Kraft√ľbertragung durch Reibung ( Kraftschl√ľssige Verbindung) die √ľbertragbare Bremskraft bestenfalls der Radlast entsprechen. Das bedeutet √ľbrigens, da√ü der ge√ľbte Soziusbremser gleiche Bremswege erreicht als der Solofahrer, vorausgesetzt das Motorrad ist nicht √ľberladen und somit die Bremsanlage √ľberfordert. Nat√ľrlich mu√ü der Soziusbremser seinen Bremsdruck dem Beladungszustand anpassen, was bedeutet da√ü er st√§rker bremsen mu√ü.
Also: Mehr Gewicht = mehr √ľbertragbare Bremskraft; damit wird die h√∂here Tr√§gheitskraft wieder ausgeglichen und an dem machbaren Bremsweg √§ndert sich nichts.
Auf trockenem Asphaltbeton bei einem Reibwert von 1 kann maximal eine Verzögerung erreicht werden, wie sie der Beschleunigung eines Körpers im Schwerefeld der Erde entspricht.
a max.= 9,81 m/s2
Da der Reibwert je nach Fahrbahnverh√§ltnissen (Fahrbahnmarkierungen, N√§sse, Belagwechsel,…) deutlich kleiner 1 sein kann, verringert sich auch entsprechend die m√∂gliche Bremskraft, der Bremsweg w√§chst.

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