Der eigentliche Feind des Motorradfahrers: Der SCHRECK

Seltsame Dinge geschehen im Ernstfall. Beim Ausweichen um ein vorfahrtnehmendes Auto vergi├čt der Fahrer, die Kupplung zu ziehen. In seiner Verkrampfung rei├čt er versehentlich das Gas auf und Schie├čt mit seinem Motorrad in den Gegenverkehr.
Es liegt im Notfall nicht daran, da├č der Biker alles vorher gelernte vergessen hat, sondern um den Situationsdruck, im Extremfall um den Schreck. Ihm kommt beim Motorradfahren eine sehr gro├če Bedeutung zu, wesentlich h├Âher als gemeinhin angenommen. Er ist der eigentliche Feind.
H├Ąufig sind ja ein Sturz oder ein Unfall gar nicht die direkten Folgen irgendeines St├Ârereignisses, sondern das St├Ârereignis hat nichts weiter ausgel├Âst als den Schreck des Fahrers. Der macht daraufhin erst den eigentlichen Fehler, welcher zum Sturz oder Unfall f├╝hrt.
Meistens folgt nicht nur ein einziger Fehler auf den Schreck, sondern eine ganze Anzahl von Fehlern in dichtester Folge, so da├č man von einer regelrechten Fehlerkaskade sprechen kann, die vom Schreck ,,gez├╝ndet” worden ist.
Das ausl├Âsende Ereignis- das kann alles m├Âgliche sein. Es kann von au├čen auf uns

zukommen oder selbst herbeigef├╝hrt sein: ein schleuderndes Auto, ein ├╝berraschender Linksabbieger, ein in der Kurve unvermittelt auftauchender ├ľlfleck, aber auch die pl├Âtzliche, wenn auch vielleicht falsche Einsicht, f├╝r eine Kurve zu schnell zu sein. Es gibt nun mal unz├Ąhlige M├Âglichkeiten zu erschrecken. Bei vielen abwendbaren Unf├Ąllen sind die meisten solche, bei denen der Schreck als Zwischenglied eine entscheidende Rolle f├╝r den weiteren Verlauf spielt. W├Ąre der Fahrer nicht erschrocken, mit dem ausl├Âsenden Ereignis allein w├Ąre er zurechtgekommen. Der Feind ist der Schreck.
Ein einigerma├čen routinierter Motorradfahrer steht in einer engen Verbindung mit seinem Motorrad. Es sind zahlreiche Regelkreise aufgebaut, in die Fahrzeug und Fahrer gemeinsam einbezogen sind, ohne da├č der Fahrer sehr viel davon versp├╝rt. Die Regelung selbst erfolgt ├Ąu├čerst feinf├╝hlig ├╝ber Automatismen mit m├╝hsam antrainierten Verhaltensprogrammen. Je besser trainiert der Fahrer ist, desto feiner ist die Verflechtung zwischen ihm und seiner Maschine.

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