Die Sache mit dem Blick

Der Blick fĂŒhrt die Bewegung, es ist also ein sensomotorisches Grundgesetz.

Man stelle sich eine Bedienung im Restaurant vor, die ihr vollbeladenes Tablett – die GlĂ€ser bis zum Rand gefĂŒllt (also eine gute Kneipe, hihi) – vor sich trĂ€gt und direkt darauf starrt. Sicherlich ist das daraus resultierende ,,WackelphĂ€nomen” bekannt, zumindest ein paar Schluck der GetrĂ€nke befĂ€nde sich anschließend auf dem Tablett und nicht im Glas.

Und sicher wĂ€ren sich die GĂ€ste einig: ,,Der/Die macht diesen Job noch nicht lang!”

Die versierte Bedienung schaut zum ,,Zielobjekt Gast” bzw. sucht sich schon aus weiter Ferne den gĂŒnstigsten Weg dorthin und das Tablett wird locker, ohne darauf zu schauen von der Theke zum Gast befördert. So bleibt die Kostbarkeit, wo sie zunĂ€chst hingehört, nĂ€mlich im Glas!

Der ungeĂŒbte Motorradfahrer neigt dazu, vor allem in schwierigen Situationen mit seinem Blick im Nahraum zu verharren (also kurz vor dem Vorderrad), wodurch die Umsetzung des gĂŒnstigen Bewegungsentwurfs negativ beeintrĂ€chtigt wird. Die Blickschulung ist relativ schwierig, aber nicht aussichtslos, weil die Bevorzugung des Nahraums in Gefahrsituationen entwicklungsgeschichtlich bedingt ist.

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